Grüne Gentechnik | Ernährung

Freitag, 21. September 2012
HAPPACH-KASAN: GV-Mais-Studie mit fragwürdigen Ergebnissen


BERLIN. Zur Veröffentlichung der Ergebnisse einer GV-Mais-Fütterungsstudie von der Universität Caen erklärt die ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:

Die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten GV-Mais-Fütterungsstudie mit Ratten müssen mit Sorgfalt geprüft werden. Für die FDP bleiben die wissenschaftlichen Bewertungen von GVO entscheidend für deren Zulassung.

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch eklatante Unterschiede zu zahlreichen anderen Untersuchungen. Sie werden durch die Praxis in Frage gestellt. In den USA sind gentechnisch veränderte Lebensmittel bereits seit mehr als zehn Jahren allgegenwärtig, ohne dass sich negative Konsequenzen für die Gesundheit der Verbraucher bemerkbar gemacht hätten. Ebenso widerspricht die Studie sowohl der langjährigen Erfahrung der Landwirte, als auch zahlreichen Fütterungsstudien, darunter der Bayerischen Fütterungsstudie der TU München mit MON810 aus dem Jahr 2009. Bei letzterer wurden 28 Milchkühe über 25 Monate lang mit Genmais gefüttert, während die Kontrollgruppe konventionellen Mais erhielt. Zwischen beiden Gruppen ließen sich keinerlei Unterschiede hinsichtlich Gesundheit, Fruchtbarkeit oder Milchleistung der Tiere feststellen. Es gibt daher keinen Grund zu panikartigen Verbotsforderungen.

In Forscherkreisen wirft die nun von dem französischen Forscherteam vorgelegte Studie viele Fragen auf. So wurde beispielsweise in dem Versuch ein Rattenstamm verwendet, der in der Forschung für seine erhöhte Krebsanfälligkeit bekannt ist. Zudem fehlen Angaben zur Futtermenge, obwohl diese Angaben wichtig sind zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Ratten. Insgesamt sind die statistischen Auswertungen der Studie in sich nicht schlüssig.

Die Sicherheit von gezüchteten Sorten entscheidet sich allein an den Eigenschaften jeder gezüchteten Sorte. Daher sind Ergebnisse, die mit NK603 erzielt wurden, wenn denn die Untersuchung überhaupt einer kritischen Überprüfung standhält, nicht übertragbar auf andere gv-Sorten. Es ist zu hinterfragen, mit welchem Interesse Unternehmen, die keine GVO verwenden wollen, eine solche Studie bei dieser Arbeitsgruppe in Auftrag geben.

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