Ernährung

Mittwoch, 5. September 2012
HAPPACH-KASAN: Ökolandbau muss eigenen Ansprüchen genügen

HAPPACH-KASAN: Ökolandbau muss eigenen Ansprüchen genügen

Berlin, 05.09.2012. Anlässlich der aktuellen Studie der Universität Stanford zu Biolebensmitteln erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Die Metastudie der kalifornischen Wissenschaftler ist ein wichtiger Schritt zur objektiven Beurteilung von „Bio”-Produkten. Sie belegt, dass biologisch erzeugte Lebensmittel weder nährstoffreicher sind, noch weniger Gesundheitsrisiken bergen. Biolebensmittel sind zwar geringer mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet als herkömmlich produzierte Lebensmittel, bergen jedoch das Risiko der Kontaminierung mit Bakterien. Dies ergab eine Stichprobenuntersuchung der Fachhochschule Münster. Der EHEC-Fall im letzten Jahr hat das enorme Gefährdungspotential bakterieller Kontaminationen drastisch vor Augen geführt.

Die FDP setzt sich seit jeher für eine wissenschaftsbasierte Beurteilung von Lebensmitteln ein. Skandalberichterstattung der Medien lehnen wir ab. Verbraucherinnen und Verbraucher benötigen sachliche Aufklärung, keine Verunsicherung. Sowohl konventionelle als auch ökologische Betriebe produzieren in verschiedenen Betriebsgrößen und Organisationsformen in aller Regel qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel.
 
Den Berichten der Medien müssen die Zertifizierungsstellen nachgehen und gegebenenfalls das Ökosiegel aberkennen. Ebenso muss den tierschutzrelevanten Anschuldigungen des Berichtes nachgegangen werden. Der Ökolandbau ist in der Pflicht, seine Produktionssysteme den modernen Anforderungen entsprechend weiterzuentwickeln. Zum Anspruch, gesunde Lebensmittel bei geringer Beeinträchtigung der Natur zu produzieren, gehört auch die Vermeidung des Einsatzes von Kupfer im Weinbau und der Obsterzeugung. Böden mit Schwermetallen zu belasten ist keine ökologische Alternative zur Nutzung moderner Fungizide. Vor neuen wissenschaftlich erprobten Verfahren darf sich auch der Ökolandbau nicht verschließen.

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