Landwirtschaft | Schleswig-Holstein

Dienstag, 4. September 2012
Happach-Kasan zur rapiden Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts: „Jedes tote Pferd ist eines zu viel.”

Happach-Kasan zur rapiden Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts: „Jedes tote Pferd ist eines zu viel.”

Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische, gelbblühende Pflanze, die insbesondere auf nicht oder nur extensiv genutzten Flächen wie Straßenränder oder Naturschutzflächen vorkommt. Es ist insbesondere für Pferde, aber auch für Rinder und Schafe giftig. Die im Kreuzkraut enthaltenen Stoffe (Pyrrolizidin- Alkaloide) reichern sich in der Leber der Tiere an. Die Giftwirkung tritt schleichend ein. In jedem Jahr berichten Tierärzte über Todesfälle. 2 – 4 kg Jakobskreuzkraut im Heu sind für ein Islandpferd tödlich. 40 – 80 g Frischgewicht pro kg Körpergewicht wirken tödlich. Einige Pferde meiden Kreuzkräuter auf der Weide, jedoch nicht alle. Jakobskreuzkraut im Heu gefährdet die Tiere und ist für eine Verfütterung wertlos.
In Schleswig-Holstein werden etwa 60 000 Pferde gehalten. Ihre Gesundheit ist durch die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes bedroht. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan beobachtet die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes seit Jahren aufmerksam. Noch vor fünf Jahren war die Pflanze selten. „Ich habe den Eindruck, dass die Ausbreitung bei uns wächst und die Belastung weit höher ist, als in anderen Gegenden Deutschlands. Die Samen der Jakobskreuzkräuter werden wie die des Löwenzahn über den Wind verbreitet und gelangen so auf nahezu jede Fläche. Inzwischen kennen die meisten Pferdehalter die Gefahr und bekämpfen das Kreuzkraut auf ihren Flächen. Bei geringem Befall reicht das Ausreißen der Pflanzen, bei starkem Befall müssen die Flächen umgebrochen und neu eingesät werden. Teilweise reicht eine Bekämpfung mit Herbiziden. „Allerdings gibt es eine große Unsicherheit, fremdes Heu zu kaufen, weil man den Belastungsgrad nicht kennt. Die Belastung von Heu mit Kreuzkräutern kann nur durch sehr aufwändige Tests nachgewiesen werden.”
Das Julius Kühn Institut macht in einem Faltblatt auf die Gefährdung aufmerksam und empfiehlt durch rechtzeitiges Mähen die weitere Verbreitung zu unterbinden. Doch bei uns steht das Jakobskreuzkraut an nahezu jedem Straßenrand. „Wir müssen die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes eindämmen, um die Produktion von gesundem Heu zu ermöglichen. Das kann auch das rechtzeitige Mähen von Naturschutzflächen bedeuten, um die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes zu verhindern. „Ich unterstütze das Ziel des Naturschutzes, auf seinen Flächen eine vom Menschen ungestörte Entwicklung zu ermöglichen. Doch das kann nicht bedeuten, dass auf angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Wiesen keine Pferdehaltung und keine Heuproduktion mehr möglich sind, weil sich das Jakobskreuzkraut dort ausbreitet. Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße. Wir brauchen einen fairen Ausgleich der Interessen von Tier- und Naturschutz. Es wird Zeit, die ideologischen Schützengräben zu verlassen und praktikable Lösungen zu vereinbaren. Jedes kranke oder gar tote Pferd ist eines zu viel.
„Naturschutzverbände verweisen auf die biologische Bekämpfung und hoffen, mit der Raupe des Karmin- oder Blutbären, einem Nachtfalter, Erfolge bei der Bekämpfung zu erzielen. Der Falter vermehrt sich bei uns, aber die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes dämmt er nicht ein. Die Wirkung seiner Raupen wurde im Westen der USA und auch in Südafrika und Australien getestet. Der Erfolg war gering, da der Falter pro Sommer nur eine Generation hervorbringt und die Pflanzen sich nach dem Verpuppen der Raupen wieder regenerieren können. Happach-Kasan hat sich in einem Schreiben an Bundesumweltminister Peter Altmaier gewandt und um Auskunft gebeten, ob Samen von Greiskräutern in
Samenmischungen, die zur Begrünung von Straßenrändern verwendet werden,enthalten sind. Darüber hinaus erfragt sie mögliche Vorgaben für
Naturschutzflächen durch das Bundesumweltministerium, um die weitere Verbreitung von Greiskräutern zu unterbinden. Aufgrund der derzeitigen
starken Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes bittet sie um Prüfung, ob dieses auch auf die Liste der giftigen Pflanzen zu setzen ist.   Blühendes Jakobskreuzkraut Quelle: Happach-Kasan

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