Landwirtschaft

Freitag, 13. Juli 2012
HAPPACH-KASAN: Neue Vorwürfe gegen Glyphosat sind ohne Datengrundlage


Zu den Diskussionen über den Nachweis des Wirkstoffs Glyphosat beim Menschen und die Schlussfolgerung, er stelle eine potentielle Gefährdung der Verbraucherinnen und Verbraucher dar, erklärt die ernährungs- und landwirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Trotz des Nachweises von Glyphosat im Urin gibt es keinen Anlass zur Beunruhigung. Zwar wird der Wirkstoff aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Nahrung aufgenommen, aber nach verschiedenen Untersuchungen werden 95% des aufgenommenen Wirkstoffs Glyphosat umgehend ausgeschieden. Umfangreiche Untersuchungen in den USA zeigen, dass es keine Zusammenhänge mit der Anwendung von Glyphosat und dem Auftreten von Krankheiten gibt. Weitere Schlussfolgerungen sind zurzeit nicht möglich.

In Schleswig-Holstein, Brandenburg und Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr Lebensmittel auf Glyphosat-Rückstände untersucht. Die überwiegende Anzahl der untersuchten Proben wies keine messbaren Rückstände von Glyphosat auf. Das Gleiche gilt für die Untersuchung von Futtermitteln. Der Wirkstoff wurde jedoch in Linsen gefunden, wobei der Grenzwert mehrfach überschritten wurde. In einer Untersuchung in Baden-Württemberg wurden speziell Linsen untersucht, dabei wurde in fast der Hälfte der Proben Glyphosat festgestellt, in einem Drittel war der Grenzwert überschritten. Produkte der konventionellen Landwirtschaft wie des Ökolandbaus waren in gleicher Weise betroffen. Vor diesem Hintergrund ist es unlauter, einen Zusammenhang zwischen Funden von Glyphosat im Urin und dem Verzehr von Getreideprodukten herzustellen.

Der Wirkstoff Glyphosat wird seit über 40 Jahren in der Landwirtschaft als Unkrautbekämpfungsmittel angewendet. Er ist ein Hilfsmittel für die pfluglose Bodenbearbeitung, die den Boden vor Erosion schützt. In geringem Umfang wird er zur Sikkation, zur beschleunigten Abreifung von Getreide verwendet. Die FDP setzt sich dafür ein, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren. Ein völliger Verzicht ist im Sinne der Qualität der Nahrungsmittel und der Ertragssicherheit nicht vertretbar.

Moderne Pflanzenschutzmittel wie der Wirkstoff Glyphosat sind bei fachgerechtem Einsatz für Mensch und Umwelt ungefährlich. Angesichts des breiten Einsatzes von Glyphosat ist es richtig, seine Auswirkungen weiter zu untersuchen. Der über 40 Jahre währende Erfahrungshorizont lässt allerdings keine spektakulären Überraschungen erwarten. Schreckensmeldungen ohne konkreten Anlass zu verbreiten, ist unverantwortliche Panikmache.

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