Landwirtschaft

Freitag, 6. Juli 2012
HAPPACH-KASAN: Pflanzenstärkungsmittel nicht unkontrolliert in Verkehr bringen


Anlässlich des Verbotes des Pflanzenstärkungsmittels „Vi-Care” durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

Das Verbot des Pflanzenstärkungsmittels „Vi-Care” ist rechtlich zwingend. Es enthält das Desinfektionsmittel Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC). Bei Eigenkontrollen hat ein Landwirt nach der Anwendung des Pflanzenstärkungsmittels „Vi-Care” Rückstände des Desinfektionsmittels DDAC in seinen Kräutern gefunden. Ab einem Gehalt von mehr als 0,01 mg/kg sind die Lebensmittel nicht verkehrsfähig. DDAC hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Es wird außer zur Desinfektion auch als Pflanzenschutz- und Holzschutzmittel eingesetzt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine akute Gefährdung von Verbraucherinnen und Verbrauchern durch den Verzehr von mit DDAC belasteten Lebensmitteln ausgeschlossen. Das ist die beruhigende Nachricht. Beunruhigend ist allerdings, dass ein Pflanzenstärkungsmittel, das laut Angaben des Herstellers rein pflanzlich und auf Basis natürlicher organischer Säure hergestellt sein soll, ein Desinfektionsmittel enthält. Es ist offen, ob dies ein Fehler in der Herstellung oder ein systemischer Fehler ist. In jedem Fall hat der Hersteller seine Sorgfaltspflicht verletzt. Der Schaden für die Betriebe, die das Mittel angewendet haben und jetzt ihre Ernte entsorgen müssen, ist erheblich.

Pflanzenstärkungsmittel sind Stoffe, Stoffgemische oder Mikroorganismen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, allgemein der Gesunderhaltung der Pflanzen zu dienen. Sie sind wichtige Hilfsstoffe im Gartenbau und in der Landwirtschaft, insbesondere im Ökolandbau. Pflanzenstärkungsmitteln unterliegen nicht denselben strengen Zulassungskriterien wie Pflanzenschutzmittel. Ihr Inverkehrbringen muss lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt werden. Deshalb dürfen in ihnen keine Wirkstoffe enthalten sein, welche einer Zulassung bedürfen. Pflanzenstärkungsmittel werden angewandt, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. Sie müssen genauso sicher sein wie Pflanzenschutz- und Düngemittel.

Es stellt sich jetzt die Frage, ob Pflanzenstärkungsmittel, auch wenn Hersteller sie als rein pflanzliche Produkte bewerben, wirklich so harmlos sind, wie behauptet wird. Eine Gefährdung von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Umwelt muss ausgeschlossen werden.

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