Landwirtschaft

Dienstag, 3. Juli 2012
HAPPACH-KASAN: Kontrollen beim Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung sind Aufgabe der Länder


Zu der von Nordrhein-Westfalen vorgelegten Studie zum Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:
 
Auch die neue Studie aus Nordrhein-Westfalen macht deutlich, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu hoch ist. Die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung ist ein wichtiges Ziel, um die Verbreitung resistenter Bakterien zu verhindern. Mehr Transparenz, gezieltere Kontrollen, die Verhinderung von Antibiotikagaben ohne medizinische Begründung sind wichtige Maßnahmen, dieses Ziel zu erreichen. Die FDP-Bundestagsfraktion wird gemeinsam mit dem BMELV daran arbeiten, dass mit der Novelle des Arzneimittelgesetzes dem Missbrauch von Antibiotika deutlich entgegengewirkt wird. Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit bereits in einer überarbeiteten Fassung in der Ressortabstimmung.

Auf der Agrarministerkonferenz wurde die Schaffung einer bundeseinheitlichen amtlichen Datenbank für die Erfassung des Antibiotikaeinsatzes bei landwirtschaftlichen Nutztieren beschlossen. Diese Maßnahmen konnten aber in der vorliegenden Studie noch nicht greifen. Die Ergebnisse der Studie von NRW zeigen aber auch, dass bestehende Gesetze zur Missbrauchsverhinderung konsequent durchgesetzt werden müssen. Die Anwendung nicht zugelassener Substanzen muss bei Kontrollen der Lebensmittelbehörde auffallen und zu Konsequenzen führen. Die Länder sind gefordert, wirksame Kontrollsysteme aufzubauen.
 
Geflügelhalter sollten offener mit dem Thema Antibiotikaeinsatz umgehen und
die Verbraucherinnen und Verbraucher sachgerecht informieren. Es besteht ein Zusammenhang zwischen den extrem niedrigen Preisen für Hähnchen und dem Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung. Ein gutes Hygienemanagement verringert den Einsatz von Antibiotika, aber es verursacht Kosten. Die Haltungsbedingungen für Masthähnchen müssen so ausgestaltet werden, dass die antibiotikafreie Mast die Regel, der Einsatz von Antibiotika die Ausnahme wird.
 
Antibiotika dürfen nicht verteufelt werden. Sie sind wichtig, um auch in der Nutztierhaltung verantwortungsvoll und im Sinne des Tierschutzes unsere Fürsorgepflicht für ein krankes Tier wahrnehmen zu können. Forderungen nach pauschaler Reduktion oder dem Verbot bestimmter Antibiotika sind nicht sinnvoll. Antibiotika müssen in der Therapie als Heilmittel weiter verabreicht werden dürfen.
 
Das in Deutschland produzierte und vermarktete Fleisch weist keine Rückstände von Antibiotika auf und kann unbedenklich verzehrt werden. Ein direkter Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und dem Auftreten von MRSA kann nicht nachgewiesen werden.

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Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

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