Aktuelles | Grüne Gentechnik

Mittwoch, 9. Mai 2012
Schließung des Schaugartens Üplingen weiterer Verlust für den Forschungsstandort Deutschland

Zur heutigen Nachricht, dass der deutschlandweit einzigartige Schaugarten Üplingen (Sachsen-Anhalt), in dem über gentechnisch veränderten Pflanzen informiert wird, in diesem Jahr nicht mehr öffnen wird, erklärt die Gentechnikexpertin und Sprecherin für Agrarpolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Es ist eine Armutszeugnis für die innere Verfassung unserer Gesellschaft, dass das Ausstellen von gentechnisch verbesserten Pflanzen von fehlgeleiteten und kriminellen Aktivisten mit Zerstörung bedroht wird. Es ist ein alarmierender Missstand, dass Freilandversuche und solche Ausstellungen überhaupt bewacht werden müssen. Im vergangenen Jahr sind bei der Attacke auf den Schaugarten sogar Wachleute gefesselt und verletzt worden.

Die Konsequenz muss sein, Informationen über Pflanzenzüchtung, ihre Methoden und Bedeutung in die Gesellschaft zu tragen und den gesellschaftlichen Diskurs auf sachlicher Basis zu führen. Gentechnik ist Alltag, ihre Dämonisierung bedeutet eine Irreführung der Menschen. Als Wissensgesellschaft dürfen wir nicht tatenlos zusehen, wenn Wissenschaftler und Unternehmen ins Ausland vertrieben werden.

Die Nachricht, dass der deutschlandweit einzigartige Schaugarten für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen im sachsen-anhaltinischen Üplingen dieses Jahr nicht mehr öffnen wird, ist nach dem Rückzug der Biotechnologiesparte von BASF aus Deutschland ein weiterer Rückschlag für den Forschungs- und Hochtechnologiestandort Deutschland. Der Schaugarten hatte die wertvolle Aufgabe, der interessierten Öffentlichkeit moderne, biotechnologische Pflanzenzüchtung auf Versuchsflächen außerhalb des Labors zu präsentieren. Viele Tausend Bürger hatten die Chance genutzt, sich vom Potential und der Sicherheit grüner Gentechnik zu überzeugen.

Die Züchtungsmethode Gentechnik steht erst am Anfang ihrer Entwicklung und ist dennoch bereits ein weltweiter Erfolg. Jährlich steigen die Anbauzahlen und wissenschaftliche Studien belegen ihren großen Nutzen. Mittlerweile bewirtschaften 17 Millionen Landwirte weltweit auf 160 Millionen Hektar ihre Flächen mit gentechnisch veränderten Sorten. Wissenschaftler sind weltweit überzeugt, dass die Herausforderungen durch den Klimawandel, eine steigende Weltbevölkerung und den zunehmenden Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen ohne große Fortschritte bei der Pflanzenzüchtung nicht zu bewältigen sind. Sie kann helfen, die Landwirtschaft nachhaltiger und zukunftsfähiger aufzustellen.

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