NaWaRo / Wald

Mittwoch, 7. März 2012
HAPPACH-KASAN: Solide, datenbasierte Forstpolitik anstelle unseriöser Panikmeldungen

BERLIN. Zu den Forderungen verschiedener Umweltverbände alle alten Laubwälder und insgesamt zehn Prozent des öffentlichen Waldes stillzulegen, sowie zu dem heutigen Bericht auf Antrag der Koalition zur dritten Bundeswaldinventur im Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, erklärt die Expertin für Forstpolitik der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:

Eine seriöse Forstpolitik muss mehrere Jahrzehnte in die Zukunft planen. Dafür sind validierte Daten über den Zustand und die Entwicklung unserer Wälder von grundlegender Bedeutung. Die Planungen und die Datenerhebung der derzeit laufenden dritten Bundeswaldinventur sind dafür ein mustergültiges Beispiel. Anstatt mit Schreckensmeldungen die Realität zu verzerren, sollten wir die Ergebnisse der Bundeswaldinventur abwarten. Dann können auf wissenschaftlicher Erkenntnis die laufenden Projekte evaluiert und die Maßnahmen der Waldstrategie 2020 erarbeitet werden.

Die jetzige Datenerhebung zur Bundeswaldinventur durch die Länder in Zusammenarbeit mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut und dem Bundeslandwirtschaftsministerium ist dank der Novelle des Bundeswaldgesetzes im Jahr 2010 umfangreicher, genauer und aufwändiger als je zuvor. So wird jetzt erstmals der Erhaltungszustand von Waldlebensraumtypen mit einbezogen. Darüber hinaus ergibt sich das erste Mal ein Bild über die Entwicklung der Wälder in den neuen Bundesländern, bei der zweiten Bundeswaldinventur konnte nur der Ist-Zustand dokumentiert werden. Millionen von Messdaten müssen überprüft, zusammengeführt und ausgewertet werden. Sorgfalt geht vor Schnelligkeit. Deshalb werden abgesicherte Auswertungen erst im Laufe des Jahres 2014 vorliegen. Es wird zudem darauf geachtet, dass die erhobenen Daten mit Daten aus anderen EU-Staaten vergleichbar sind.

Alle Einzeldaten und sämtliche Auswertungen werden in einer öffentlich zugänglichen Datenbank gespeichert und online verfügbar gemacht. Damit ist maximale Transparenz sichergestellt. Die vorschnellen und vollkommen unberechtigten Vorwürfe der Umweltorganisationen laufen ins Leere. Die Daten der letzten Bundeswaldinventur zeigen, dass die Waldfläche insgesamt in Deutschland gewachsen ist. Da Nadelholz wesentlich gefragter ist, werden Laubwälder in Deutschland immer noch unternutzt. Unsere Laubwälder sind nicht in Gefahr. Jüngste Erhebungen bestätigen diesen Trend. Bund und Länder stehen zu den in der Nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossenen Zahlen und nehmen diese Aufgabe ernst. Seit Beginn der Neunziger Jahre wurden insgesamt 125.000 Hektar unentgeltlich als Naturschutzflächen in die Obhut der Länder und von Naturschutzorganisationen übergeben.

Das Ziel, natürliche Urwälder zu erhalten, ökologisch wertvolle Flächen zu schützen und die Artenvielfalt wieder zu verbessern, ist vollkommen richtig. Die schützenswerten Gebiete müssen jedoch auf wissenschaftlicher Basis identifiziert und mit geeigneten Maßnahmen erhalten werden. Der vorgeschlagene Nutzungsverzicht für öffentliche Laubwälder widerspricht unserer Strategie, die Nachhaltigkeit der Wirtschaft zu stärken. Bereits seit vielen Jahrzehnten werden die öffentlichen und privaten Wälder auf diese Weise bewirtschaftet, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse integriert. Im Waldland Deutschland sollte es gelingen, den Bedarf am wichtigsten nachwachsenden Rohstoff Holz weitgehend aus eigener Produktion zu decken.

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