NaWaRo / Wald

Dienstag, 24. Januar 2012
HAPPACH-KASAN: Forderungen der Umweltverbände zur Stilllegung von Waldflächen sind überholt

Zu den Forderungen verschiedener Umweltverbände am Rande der Grünen Woche, sofort alle alten Laubwälder im öffentlichen Besitz und insgesamt zehn Prozent des öffentlichen Waldes stillzulegen, erklärt die Expertin für Forstpolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:

Der vorgeschlagene Nutzungsverzicht für öffentliche Laubwälder widerspricht unserer Strategie, die Nachhaltigkeit der Wirtschaft zu stärken. Eine an den zukünftigen Herausforderungen orientierte Waldbewirtschaftung muss daher die Interessen der Holznutzer genauso im Blick behalten wie die Erfordernisse des Biotopschutzes im Wald. Die Umweltverbände schießen mit ihren pauschalen Forderungen weit über das Ziel hinaus. Alle Zahlen widersprechen den Panikmeldungen der Umweltverbände. Unsere Wälder sind auf dem richtigen Weg. Die Daten der letzten Bundeswaldinventur zeigen, dass der Anteil und das Alter von Buchenwäldern stark zugenommen hat, wie auch die Waldfläche insgesamt in Deutschland gewachsen ist. Jüngste Erhebungen bestätigen diesen Trend. Bund und Länder stehen zu den in der Nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossenen Zahlen und nehmen diese Aufgabe ernst. Im letzten Jahr hat die UNESCO fünf deutsche Buchenwälder in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Deutschland ist das holzreichste Land Europas. Gleichzeitig stellt die wachsende Nadelholzlücke unsere holzverarbeitenden Betriebe zunehmend vor Probleme.
Seit Beginn der Neunziger Jahre wurden insgesamt 100.000 Hektar unentgeltlich als Naturschutzflächen in die Obhut der Länder und von Naturschutzorganisationen übergeben. Die christlich-liberale Koalition hat zudem den Weg für die Übertragung weiterer 25.000 Hektar im letzten Jahr freigemacht. Allein die BVVG hat 2011 insgesamt 8.800 Hektar Wald für Naturschutzzwecke übergeben. Bevor mit Schreckensmeldungen die Realität verzerrt wird, sollten wir die Ergebnisse der derzeit laufenden dritten Bundeswaldinventur abwarten. Die Ergebnisse werden im nächsten Jahr vorgelegt werden. Dann können auf wissenschaftlicher Erkenntnis die laufenden Projekte evaluiert und die Maßnahmen der Waldstrategie 2020 erarbeitet werden.
Nachhaltigkeit wurde aus der deutschen Forstwirtschaft heraus entwickelt. Bereits seit vielen Jahrzehnten werden die öffentlichen und privaten Wälder auf diese Weise bewirtschaftet, wissenschaftliche Erkenntnisse integriert. Das Ziel, natürliche Urwälder zu erhalten, ökologisch wertvolle Flächen zu schützen und die Artenvielfalt wieder zu verbessern, ist vollkommen richtig. Die schützenswerten Gebiete müssen jedoch auf wissenschaftlicher Basis identifiziert und mit geeigneten Maßnahmen erhalten werden. Einfach auf jegliche Nutzung aller Wälder zu verzichten, widerspricht allen Zielen und Herausforderungen denen wir mit dem Klimawandel und einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Rohstoffe gegenüberstehen. Holz ist in Deutschland der wichtigste nachwachsende Rohstoff. Im Waldland Deutschland sollte es gelingen, den Holzbedarf weitgehend aus eigener Produktion zu decken. Das Vorbild Brasilien ist angesichts des gewaltigen Raubbaus im Amazonasgebiet wenig glaubwürdig.

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