NaWaRo / Wald

Freitag, 10. Februar 2012
HAPPACH-KASAN: Waldstrategie ist gute Basis für zukünftige Forstpolitik

Berlin, 10.02.2012 Zur Anhörung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Bundestages über die „Waldstrategie 2020” der Bundesregierung erklärt die forstpolitische Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Die Waldstrategie ist eine gute Basis für die künftige Forstpolitik. Die Sachverständigen aus Forstverwaltung und Forstwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft waren sich in dieser Bewertung weitgehend einig. Es ist keine leichte Aufgabe, die sehr unterschiedlichen Anforderungen an unsere Wälder unter einen Hut zu bringen. Wald dient nicht nur zur Erholung und als Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sondern ist gleichzeitig die Quelle für unseren wichtigsten nachwachsenden Rohstoff Holz, der für Hausbau, Möbel und Papierproduktion sowie für die energetische Verwertung immer wichtiger wird. Die Waldstrategie benennt die Anforderungen an den Wald sowie die widerstreitenden Interessen und baut dadurch Brücken zwischen den verschiedenen Interessengruppen. Die Waldstrategie ist eigenständig und weist Wege, die Nutzung der Wälder in der Holzproduktion mit den Zielen des Naturschutzes zu vereinbaren. Nach aktuellen Schätzungen sind bereits heute rund zwei Drittel der deutschen Waldfläche mindestens einer Schutzgebietskategorie nach Bundesnaturschutzgesetz, den Landeswaldgesetzen, der europäischen FFH-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie (Natura 2000) zugeordnet. Der Gedanke der Nachhaltigkeit wurde in Deutschland entwickelt, multifunktionale, ressourcenschonende Forstwirtschaft und Waldnaturschutz sind seit Jahrzehnten Leitmotive unserer Waldbesitzer. Daher war die Mehrzahl der Sachverständigen sich einig, dass die Forstwirtschaft in Deutschland vorbildlich betrieben wird. Der Artenrückgang im Wald ist geringer als in allen anderen Biotopen, bewirtschaftete Wälder haben einen größeren Artenreichtum als nicht bewirtschaftete Wälder. Hot Spots der Artenvielfalt müssen geschützt werden, aber großflächige Flächenstilllegungen sind wenig sinnvoll und stehen den Anstrengungen entgegen, den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz zu sichern und weiter zu steigern. Der Anbau standortgerechter und überwiegend heimischer Baumarten leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Der Wald-Klima-Fonds kann und muss so ausgestaltet werden, dass die Leistungen unserer Waldbesitzer für den internationalen Klimaschutz angemessen gewürdigt werden. Der Bedarf am Rohstoff Holz für alle denkbaren Anwendungsbereiche wird weiter steigen. Holz aus heimischer Produktion erfüllt alle Kriterien einer nachhaltigen und umweltverträglichen Produktion. Bereits jetzt zeichnet sich ein erheblicher Mangel am überwiegend genutzten Nadelholz ab, der notwendige und gewollte Umbau unserer Wälder verstärkt diesen Trend dramatisch. 70% der jungen Waldbestände sind Laubwälder. Es ist absehbar, dass heimischen Sägewerken  der Rohstoff Nadelholz ausgehen wird. Die Möglichkeit als Alternative zum Nadelholz, Laubholz zu verwenden, sind auf Grund der unterschiedlichen Werkstoffeigenschaften stark eingeschränkt. Daher muss vermehrt darauf geachtet werden, dass der Anteil an Nadelholz in Mischwäldern erhalten und vergrößert wird. Die Waldstrategie legt zurecht den Hauptaugenmerk darauf, langfristig eine Eigenversorgung mit den erforderliche Holzarten sicherzustellen, ohne die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie aus den Augen zu verlieren. Wir müssen die aufgeworfenen Problemfelder in Verbindung mit den Ergebnissen der Bundeswaldinventur im nächsten Jahr in konkrete Forschungsziele und Handlungsanweisungen umsetzen. Alternative Nutzungsmöglichkeiten für Laubholz, Klimaanpassung und die Koexistenz von Waldnutzung und Biotopschutz sind nur drei wichtige Beispiele. Dabei müssen Bund und Länder, Waldbesitzer und Forst- und Holzwirtschaft an einem Strang ziehen. Die Arbeit an der Zukunft unserer Wälder hat erst begonnen.

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