Schleswig-Holstein | Fischerei

Dienstag, 3. Januar 2012
Leserbrief zu Silvester 2011 (Veröffentlich in den Lübecker Nachrichten, 31.12.2011)

Silvester ist Karpfenzeit. Karpfen im Backofen gegart, ob blau oder nicht blau, ist eine Delikatesse, gesund und bekömmlich. Die Tradition des Karpfenessens stammt schon aus dem Mittelalter. Doch auch Kormorane mögen Karpfen. Der  Streit um den Kormoran spaltet den Naturschutz. Die einen sehen Fische im Wesentlichen als Vogelfutter, die anderen engagieren sich für den Fischartenschutz und sehen im Kormoran eine Bedrohung für heimische Fischarten wie die Äsche, Fisch des Jahres 2011. Kein Naturschutzprojekt war so erfolgreich wie der Kormoranschutz. Der ehemals seltene Vogel ist zum Allerweltsvogel geworden. Fast zwei Millionen gibt es in der Europäischen Union, über 23 000 Brutpaare in Deutschland. Von solchen Erfolgen wagen Naturschützer, die sich um den Seeadler, den Turmfalken (weniger als 1000 Brutpaare) oder den Eisvogel (8000 Brutpaare) sorgen, kaum zu träumen. Der Kormoran hat in den letzten 20 Jahren sein Brutgebiet auf Regionen ausgedehnt, in denen er früher ein seltener Irrgast war.  In einer Kulturlandschaft, wie sie der Mensch in Mitteleuropa gestaltet hat, ist die Kehrseite dieses Erfolges die Notwendigkeit, Tierarten zu regulieren, die in der Kulturlandschaft große Bestände aufbauen. Dies ist für Reh und Wildschwein anerkannt. Inzwischen gehört auch der Kormoran dazu. Deshalb haben die meisten Bundesländer Kormoranverordnungen erlassen. Besser wäre ein europaweit abgestimmtes Management, wie es der Bundestag beschlossen hat, denn der Vogel kümmert sich nicht um Landesgrenzen. Es muss auch in Deutschland möglich sein, Karpfen in Teichwirtschaften zu züchten. Die Lösung des NaBu, der für seine Teichwirtschaft in der Blumenberger -Mühle 50 Tonnen Setzkarpfen aus Tschechien importiert, weil eine eigene Aufzucht auf Grund des hohen Kormoranbestandes nicht möglich ist, können sich gewerbliche Fischer nicht leisten. Ich möchte meinen Silvesterkarpfen aus heimischer Zucht nicht durch ein Pangasiusfilet aus Vietnam ersetzen.

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