Schleswig-Holstein

Dienstag, 15. November 2011
Happach-Kasan: „Kormoran-Management ist zum Schutz anderer Arten nötig”

Bundesregierung wird Kormoran-Management vorantreiben Der Bundestag hat die Bundesregierung beauftragt, in Brüssel für ein Kormoran-Management einzutreten. Die Autorin des Antrages ist Dr. Christel Happach-Kasan (FDP), die sich von einem solchen regulierenden Eingriff den Schutz bedrohter einheimischer Fischarten, auch in den Lauenburgischen Seen und in der regionalen Teichwirtschaft erwartet. In der Vergangenheit hatte es in der Region zunehmend Konflikte aufgrund hoher Fraßschäden in den Gewässern des Kreises gegeben. Der Schutz des Kormorans ist eine Erfolgsgeschichte: Von weniger als 1000 Brutpaaren in Deutschland vor 30 Jahren sind wir inzwischen bei über 20.000 Paaren angelangt, allein seit 1990 haben sich die Bestände vervierfacht. Aufgrund dieser positiven Entwicklung ist der Kormoran in der Vogelschutzrichtlinie nicht mehr aufgeführt. Fast 2 Millionen Paare in Europa bieten eine stabile Bestandsgrundlage. Jetzt ist es nötig, vom Schutz zum Management überzugehen, damit andere gefährdete Arten, besonders die Vielzahl bedrohter heimischer Fischarten, vom Druck entlastet werden.  Auch die heimische Teichwirtschaft kann ihren Beitrag zur Kulturlandschaft nur leisten, wenn die Verluste durch Kormorane auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Der erfolgreiche Schutz des Kormorans darf nicht zu einer Gefährdung anderer Tierarten führen. So wie in Naturschutzgebieten bestandsregulierende Maßnahmen beim Fuchs möglich sind, um Vögel zu schützen, muss auch die Vielfalt der heimischen Fischfauna durch eine nachhaltige Bestandsregulierung des Kormorans geschützt werden können. „Es ist unrealistisch zu glauben, natürliche Feinde könnten schon heute die Bestände des Kormorans in ein natürliches Gleichgewicht bringen, dazu sind sie selbst zu sehr bedroht. Seeadler und Uhu sind noch viel zu selten, um ein ausreichendes Gegengewicht zu bilden.”  Um die Bestände nicht weiter anwachsen zu lassen ist der Griff zur Flinte unnötig: „Gelege-Manipulation und die Beseitigung von Nistplätzen sind anerkannte und in der Vogelschutzrichtlinie zugelassene Methoden, um den Nachwuchs zu begrenzen.” In Ihrer Bundestagsrede zur Einbringung des Antrages sagte die Abgeordnete: „Wir sind aufgefordert, die Akzeptanz für den Naturschutz zu erhalten. Dazu gehört auch, dass wir ein Management organisieren, wenn sich eine Art, wie es beim Kormoran der Fall ist, so stark vermehrt, dass andere Arten in ihrem Bestand gefährdet sind.”

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