Grüne Gentechnik

Dienstag, 28. September 2004
Leserbrief zum Beitrag 'Die Gentechnik ist Realität' in der Eckernförder Zeitung vom 21.9.2004

Gentechnik gewinnt an Akzeptanz, seit immer mehr Menschen bewusst wird, wie sehr die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln durch die Anwendung gentechnischer Methoden bei der Herstellung von Vitaminen und Lebensmittelzusatzstoffen gestiegen ist. Ernährungswissenschaftler schätzen, dass etwa zwei Drittel aller Lebensmittel in irgendeiner Weise mit Gentechnik in Berührung gekommen sind. Gentechnik in der Arzneimittel-herstellung ist Standard. Bei der Herstellung von Insulin, verschiedenen Herzmedikamenten und Impfstoffen hat sich die Gentechnik bewährt. Dänemark hat inzwischen sein Programm zur gentechnikfreien Schweinemast eingestellt, da Absatzschwierigkeiten auftraten. Vor diesem Hintergrund ist die Initiative 'gentechnikfreies Schleswig-Holstein' Augenwischerei. Käse, hergestellt mit gentechnisch produziertem Chymosin wird weiterhin bei uns verkauft werden. Die bis jetzt zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzensorten, sind für den Anbau in Schleswig-Holstein ungeeignet. In den Regionen Deutschlands, in denen der Maiszünsler vorkommt, kann Bt-Mais die Anbauprobleme lindern und die Belastung von Mais mit Pilzgiften vermindern. In Schleswig-Holstein kommt der Maiszünsler jedoch nicht vor. Daher bewirkt die Initiative 'gentechnikfreies Schleswig-Holstein' in der landwirtschaftlichen Produktion überhaupt nichts, aber sie richtet sich gegen unsere mittelständischen Pflanzen-zuchtunternehmen, die in der Anwendung der Gentechnik zur Entwicklung neuer Pflanzen-sorten behindert werden. Inzwischen hat z. B. die NPZ (Norddeutsche Pflanzenzucht), das bedeutendste schleswig-holsteinische Pflanzenzuchtunternehmen, einen Teil seiner Forschungsabteilung nach Kanada verlagert, da dort die Forschungsbedingungen für das Arbeiten mit der Gentechnik besser sind als bei uns. Dort werden Freisetzungsversuche anders als in Deutschland nicht zerstört. Es sind Arbeitsplätze in Kanada geschaffen worden, die wir in Schleswig-Holstein dringend brauchen. So wird die Abwanderung qualifizierter und motivierter Wissenschaftler gefördert, der Abbau der Arbeitslosigkeit bei uns verhindert.

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