Landwirtschaft

Donnerstag, 31. März 2011
Happach-Kasan: Bienen-Monitoring ist ein Erfolgsmodell


Berlin, 31.03.2011, zur Veröffentlichung der Langzeitstudie „Das Deutsche Bienen-Monitoring-Projekt”  über die Ursachen der periodisch auftretenden Winterverluste in deutscher Fassung erklärt die Sprecherin für Landwirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:

Das deutsche Bienen-Monitoring-Projekt ist ein Erfolgsmodell. In den letzen zehn Jahren wurden einzigartige Daten über die Gesundheit der Bienen und die Ursachen der periodisch auftretenden Winterverluste bei Honigbienenvölkern erhoben. Um die Honigbiene besser zu schützen und Völkerverluste zu vermeiden, müssen wir unsere Forschungsbemühungen hier weiter verstärken und die gewonnen Erkenntnisse rasch in effektive Maßnahmen umsetzen. Durch die Zulassung von 85-prozentiger Ameisensäure zur Bekämpfung der Varroamilbe können unsinnige Bürokratie vermieden und der Schutz der Völker verbessert werden.

Die Ergebnisse des Bienen-Monitorings zeigen, dass hauptsächlich der Befall mit der Varroamilbe, Infektionen der Völker mit spezifischen Viren im Herbst, das Alter der Königin und auch ein allgemein geschwächter Zustand des Volkes vor der Einwinterung die signifikanten Ursachen für Völkerverluste sind. Obwohl verschieden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden konnten, geben die Daten keinen Hinweis auf direkte Schädigungen. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der Untersuchungsstelle für Bienenschädigungen am Julius-Kühn-Institut. Bei einem Fachgespräch wurde deutlich, dass die Zahl der eingesandten Schadfälle relativ gering ist. So wurden im Jahr 2009 bei 159 Einsendungen 140 Schadfälle bestätigt, im letzten Jahr waren es bei 145 Einsendung dann 125 Schadfälle. Die Mehrzahl der Einsendungen kommt dabei aus Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen. Interessanterweise kann nur bei 20 Prozent aller Schäden Pflanzenschutzmittel als direkte Ursache ausgemacht werden können. Neonikotinoide wurden 2009 in 17 Fällen und 2010 in 14 Fällen als Ursache festgestellt. Hierfür sind oft Anwendungsfehler verantwortlich. Zudem ist gezielter Bienenfrevel in bis zu einem Drittel der Fälle der Grund für Völkerschäden. Die Hauptursache sind aber auch bei den Schadensfällen der Untersuchungsstelle Schädlingsbefall oder Krankheiten.

Das Bienen-Monitoring macht deutlich, wir brauchen bessere Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Bienenvölker und zusätzlich Schulungsmaßnahmen für unsere Imker. Gleichzeitig müssen die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln weiter beobachtet und die Bienenverträglichkeit verstärkt in den Fokus gerückt werden. Die Imker und Landwirte vor Ort müssen an einem gemeinsamen Miteinander arbeiten, damit Schädigungen der Bienenvölker vermieden, die Bestäubungsleistung der Bienen für die Landwirtschaft genutzt werden. Ein konstruktives Miteinander ist immer besser als nutzlose Konfrontation. Es gibt bereits viele gelungene Beispiel für gewinnbringende Kooperationen. Dazu gehören beispielsweise Blühstreifen.

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