Ernährung | Landwirtschaft

Freitag, 25. Februar 2011
Happach-Kasan: Schlachtreste zu verwerten, heißt Ressourcen zu schonen

Berlin, 25.02.2011.Anlässlich der Ankündigung von EU-Gesundheitskommissar John Dalli, Eiweiß, das aus Schlachtresten von Schweinen, Geflügel und Fisch gewonnen wird, wieder als Futtermittel zuzulassen, erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

Die Lockerung des Totalverbots der Verfütterung verarbeiteter tierischer Proteine ist dringend erforderlich. Mehr vom Tier verwerten zu können, ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung. Schweine und Geflügel sind von ihrer Biologie her Allesfresser. Die heutige Fütterungspraxis ist daher nicht artgerecht, denn sie macht Allesfresser zu Vegetariern. Schlachtreste, die unter den hochhygienischen Bedingungen der Lebensmittelproduktion anfallen, sind auch für die Tierfütterung geeignet. Erhalten bleiben muss das Verfütterungsverbot für Tiermehl an Wiederkäuer.

Im Interesse des Ressourcenschutzes ist zudem zu überprüfen, in welchem Umfang weiterhin die Entsorgung hochwertiger tierischer Fette und Phosphate erforderlich ist. Gerade tierische Fette, welche als lebensmitteltauglich eingestuft werden, müssen auch in Futtermitteln einsetzbar sein. Es ist Aufgabe der Industrie, eine ressourcenschonende Möglichkeit zu finden, tierische Eiweiße und Fette als Futtermittel zu verwenden.

Phosphor ist in der Ernährung von Schweinen und Geflügel ein essentielles Element. Phosphor aber ist selten. Die nutzbaren Phosphatlagerstätten werden früher erschöpft sein, als die weltweiten Erdölvorkommen. Deswegen sollten auch Produkte anderer tierischer Proteine, wie z.B. getrocknete Insekten, als Futtermittel zugelassen werden. Es gibt keinen Grund, auf die Nutzung dieser wertvollen Ressourcen zu verzichten.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) in Europa haben sich bewährt, Europa ist BSE-frei. Deshalb wurde bereits vergangene Woche das BSE-Testalter von Schlachtrindern in 22 EU-Ländern auf 72 Monate angehoben. Nun sollte die Kommission noch vor der Sommerpause weitere Lockerungen der BSE-Schutzvorschriften prüfen.

Eine Überprüfung der SRM-Liste (Spezielles Risikomaterial) gerade im Bezug auf Rinderdärme ist ebenfalls sinnvoll. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Rinderdärme aus Ländern, in denen keine BSE-Tests durchgeführt werden, importiert und genutzt werden, während Därme von Rindern aus Deutschland verworfen werden, obwohl nachweislich nach mehreren Millionen Tests bei keinem nach 2001 geborenen Rind BSE nachgewiesen wurde.

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