Ernährung

Donnerstag, 27. Januar 2011
Happach-Kasan: Vorsorgender Verbraucherschutz heißt Dioxine in der Umwelt vermeiden

Berlin. 27.01.2011 Zu den Ergebnissen eines Fachgesprächs über Dioxinbelastungen erklärt die Sprecherin für Ernährung und Landwirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN: Weder die aktuellen Funde von Dioxinen in Futterfetten noch die derzeit bestehende Hintergrundbelastung stellen eine Gefährdung der Verbraucherinnen und Verbraucher dar. Darüber waren sich Fachexperten und Agrarpolitiker bei einem Fachgespräch einig. Dioxine sind gefährliche, sehr langlebige Umweltgifte und haben in Futter- und Lebensmitteln nichts verloren. Sie sind überall in geringsten Mengen vorhanden, können als Hintergrundbelastung nachgewiesen werden. Die FDP möchte jedoch mit einem vorsorgenden Verbraucherschutz die Belastung so gering wie möglich halten.
Die FDP setzt sich für eine verstärkte Forschung ein, um schnellere, kostengünstigere und einfachere Analysemethoden zu entwickeln. Hilfreich wäre stoffspezifische Datenbanken aufzubauen, die sich am jeweiligen Risiko orientieren. So können gefährdete Rohstoffe zukünftig effizienter und zielgenauer untersucht werden.

Prof. Dr. Reiner Wittkowski vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin machte hierzu deutlich, dass die gesetzlich festgelegten Grenzwerte nicht toxikologisch begründet sind, sondern vielmehr an der Hintergrundbelastung angelehnte und politisch festgelegte Höchstmengen darstellen. Er führte aus, dass die gemeinsamen Anstrengungen zur Dioxinvermeidung in den letzten zwanzig Jahren sehr erfolgreich gewesen sind. So ist die Belastung von Lebensmitteln wie Milch seither auf etwa 30 Prozent gesunken, Muttermilch enthält nur noch 17 Prozent des Dioxinwertes im Vergleich zum Jahr 1990. Aus seiner Sicht sollte eine effiziente und wirkungsvolle Überwachung von Rohstoffen durch ausführliche Forschung und unterstützende Datenbanken erzielt werden.

Von Seiten des Bundesumweltministeriums zeigte Herr Hans-Peter Ewens auf, dass die seit den 1990er Jahren stetig verschärften Grenzwerte den Dioxinaustrag von Industrieprozessen wesentlich verringert hat. Im Bereich der privaten Kleinfeuerungsanlagen wurde durch die im März 2010 in Kraft getretene Verschärfung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImmSchV) deutliche Verbesserungen angestoßen. Frau Gerlinde Knetsch vom Umweltbundesamt (UBA) unterstrich, dass alle Daten des vom UBA und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betreuten, bundesweiten Dioxin-Monitorings von Umwelt und Lebensmitteln eine Verbesserung zeigten. Allerdings gibt es nach wie vor außergewöhnliche Belastungen, etwa von Schafslebern und Rindfleisch, deren Ursache nicht bekannt ist. Vermutungen, dass Dioxine vom Boden über Pflanzen als Futter in die Tiere gelangt ist, konnten wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Es ist lediglich belegt, dass Freilandhaltung bei Hühner, Rindern oder Schweinen zu erhöhten Dioxinwerten im Fleisch führt.

Dr. Eckard Jantzen machte aus Sicht eines Analyselabors deutlich, dass die Anforderungen beim Dioxinnachweis aufgrund der extrem niedrigen Konzentrationen sehr hoch sind und dies zu sehr hohen Kosten führt. So sind die gemessenen Konzentrationen bei Pflanzenschutzmitteln bis zu 1000-fach höher. Die schwierige Probenvorbereitung bedingt zudem einen hohen Zeitaufwand. Eine Weiterentwicklung der Methoden könnte die Kosten der Dioxinbeprobung vermindern und dadurch die breitere Anwendung von Dioxintests erhöhen.

Herr Roger Fechler vom Bauernverband wies darauf hin, welche gravierenden, teilweise existenzbedrohenden Auswirkungen die derzeitige Situation bei unverschuldet betroffenen Landwirten auslöst. Aus Sicht der Landwirtschaft sind schnelle, zuverlässige Testmethoden wichtig, um bei Dioxinfunden schnellstmöglich reagieren zu können. Auch müsse dem Verbraucher deutlicher vermittelt werden, dass kein Grund für Panik bestehe, vielmehr müssten derartige Fälle von allen Beteiligten richtig eingeordnet werden.

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