Ernährung

Freitag, 7. Januar 2011
HAPPACH-KASAN: Belastbare Lösungen für ernsthaftes Dioxin-Problem finden

BERLIN. Zur Schließung von über 4700 landwirtschaftlichen Betrieben auf Grund der Dioxin-Funde erklärt die ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:
 
Die vorsorgliche Schließung der über 4700 Betriebe dient dem Verbraucherschutz. Schnelles Handeln war hier ohne Alternative. Mit zügigen Untersuchungen muss aber auch eine schnelle Freigabe von unbelasteten Betrieben gewährleistet werden. Nun geht es darum, belastbare Lösungen für die Zukunft zu finden. Dazu müssen wir aber das Problem genau kennen. Deshalb müssen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Kontrollbehörden abgewartet werden. Bis dahin sind alle Vorschläge bloßes Stochern im Nebel. Ziel muss sein, in jeder Produktion zu vermeiden, dass Dioxine entstehen. Dioxine sind ein gefährliches Umweltgift, ob in Nahrungsmitteln oder in technischen Fetten.

Die Trennung der Produktionslinien für technische Fette und Futtermittelfette ist eine Erfolg versprechende Maßnahme. Hinzu kommen müssen Kontrollen, um Kriminellen das Handwerk zu legen. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass es gelingen kann, über die Einstellung von weiteren Lebensmittelkontrolleuren jede einzelne Butterstulle zu testen. Die Futtermittelbranche ist aufgefordert, sich mit ihrem Fachwissen daran zu beteiligen, Vorschläge zu erarbeiten, wie in der Zukunft solche Vorfälle sicher unterbunden werden können. Es ist die erste Verantwortung der Futtermittel herstellenden Betriebe, die Qualität der Ausgangsstoffe, die in Futtermittelmischungen verwendet werden, zu sichern. Wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt, ist es aus Verbrauchersicht zu spät.
 
Die von der Schließung ihrer Betriebe betroffenen Landwirte dürfen auf den Ertragsausfällen nicht sitzen bleiben. Sie haben sich auf die Qualität der von ihnen gekauften Futtermittel verlassen. Daher müssen ihre Ertragsausfälle entschädigt werden. Dies ist Aufgabe von Versicherungen, nicht des Staates.
 
Wer Rohstoffe aus technischen Verarbeitungsprozessen bezieht, muss deren Qualität über eigene Untersuchungen gewährleisten. Futtermittelmischungen sind unvermeidlich, da die ernährungsphysiologischen Ansprüche von Schweinen und Geflügel sehr unterschiedlich sind. Eine artgerechte Tierernährung muss dies berücksichtigen.

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