NaWaRo / Wald

Dienstag, 28. September 2004
Künast weiß beim Pflanzenschutz nicht mehr weiter

Zu den Vorwürfen von Greenpeace an Ministerin Künast wegen vermeintlich zu hoher Pflanzenschutzgehalte in Lebensmitteln erklärt die Pflanzenschutzexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:



Gesunde Ernährung ist wesentliches Ziel des Verbraucherschutzes. Dieses Ziel hat hohe Priorität und muss ohne Wenn und Aber verfolgt werden.



Ministerin Künast hat die Lebensmittelsicherheit immer wieder wider besseres Wissen in Frage gestellt und macht nun die Erfahrung von Goethes Zauberlehrling, sie wird die Geister, die sie selber rief, nicht los. Die verschiedensten Organisationen geben vor, eine hohe Lebensmittelsicherheit anzustreben. Doch die meisten kochen nur das eigene politische Süppchen und orientieren sich am Spendenaufkommen für die eigene Organisation und nicht am Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dies trägt zur Verunsicherung der Menschen bei. Seit langem ist in Deutschland ein sehr hoher Standard der Lebensmittelsicherheit verwirklicht. Wir fordern die Ministerin auf, das Vertrauen in die von den Steuerzahlern finanzierten staatlichen Institutionen zu stärken und damit zum Abbau von Verunsicherungen beizutragen. Offensichtlich weiß Ministerin Künast beim Pflanzenschutz nicht mehr weiter. Der von der Senatsarbeitsgruppe 'Qualitative Bewertung von Lebensmitteln aus alternativer und konventioneller Produktion' vorgelegte Statusbericht 2003 hebt hervor: 'Dass für die Gesundheit des Menschen in erster Linie eine ausgewogene Ernährung wichtig ist, also insgesamt eine geringere Verzehrsmenge und dabei weniger Fett und Fleisch, jedoch viel Gemüse und Obst'. Eine Schweizer Studie stellt fest: 'Die Annahme, biologische Lebensmittel seien sicherer und gesünder als herkömmlich hergestellte oder gentechnisch veränderte, konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden. Demgegenüber zeigen einige Studien, dass die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung durch die Kontamination der Erzeugnisse mit krebserregenden Pilzgiften bei Bio-Produkten fallweise größer sein kann als bei konventionellen Lebensmitteln.' Die vielfach problematisierten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln sind für die gesundheitliche Bewertung nach wissenschaftlicher Erkenntnis von untergeordneter Bedeutung. Nach einer Mitteilung der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften stammt die überwiegende Menge aller aufgenommenen krebserregenden Substanzen aus der natürlichen pflanzlichen Nahrung. Dies sind zumeist Pilzgifte wie Aflatoxine (Schimmelpilzgifte) oder Fumosinine (Gifte der Gattung Fusarium), die eine hohe toxische Wirkung besitzen. Das heißt, wer sich allein auf den chemischen Pflanzenschutz konzentriert, mag alle möglichen Interessen verfolgen, orientiert sich aber nicht am Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.

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