Abgeordnetenwatch | NaWaRo / Wald

Donnerstag, 2. Dezember 2010
Abgeordnetenwatchfrage zum Thema Ölförderung

Frage Sehr geehrte Frau Happach-Kasan,

in der EU wird gerade darüber debattiert ob, wann und wie man die offshore Ölbohrungen in der EU noch sicherer machen kann. Haben wir den Blick für das wesentliche verloren? Nigeria (vielleicht halb Afrika) wird zur Kloake der Industriestaaten und versinkt im Öl und Dreck. Die Multinationalen Konzerne machen dort was sie wollen, egal ob den Menschen dort Ihre Lebensgrundlagen zerstört wird oder die Urwälder unwiederbringlich vernichtet werden. Die Manager und verantwortlichen Politiker leben hier im Paradies wo ein Ölwechsel im Wald (zum Glück) hart bestraft wird und moralisch ein absolutes nogo ist. Dort sterben Menschen und die Verursacher werden als "ehrenwerte Gesellschaft" auf Banketten und Kongressen hofiert...

Was tuen Sie und Ihre Fraktion um diesen Wahnsinn zu beenden ?

MfG L. Antwort
Sehr geehrter Herr L.,

Sie haben recht, die Zustände im Ölfördergebiet vor Nigeria sind dramatisch.

Das rechtfertigt allerdings nicht, die Sicherheit der Ölförderung vor den eigenen Küsten zu vernachlässigen. Dort haben die Bundesregierung und die EU unmittelbaren Einfluss und tragen die Verantwortung. Nach dem Unglück der BP-Plattform im Golf von Mexiko wurden die Informationen analysiert und daraus die erforderlichen Schlüsse gezogen.

Vor der schleswig-holsteinischen Westküste werden jährlich 2 Millionen Tonnen Öl gefördert. Dieses Ölfeld befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Wattenmeer, das von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde. Als schleswig-holsteinische FDP-Bundestagsabgeordnete, die ich immer die Entwicklung unseres Nationalparks mit Interesse und großer Aufmerksamkeit verfolgt habe, freue ich mich, dass die Ölförderung in der Nordsee sicher und umweltverträglich betrieben wird und der Vorfall im Golf von Mexiko genutzt wird, um aus dortigen Fehlern zu lernen.
Die Ölförderung in der Nordsee begann Mitte der 70er Jahre, im Nachgang zur Ölkrise von 1973. Heute gibt es etwa 400 aktive Förderplattformen. Seitdem die zentrale Nordsee als erschlossen gilt und dort keine Funde mehr erwartet werden, beginnen die Ölfirmen, sich in Richtung des Kontinentalhangs und damit in tieferes Wasser zu orientieren. Seit den 1970ern orientierten sich Shell und BP auch im Gebiet westlich der Shetlandinseln in Wassertiefen von über 500 Metern. Zusammen mit dem Ölunfall im Golf von Mexiko ist das Grund genug, die Sicherheit vor der eigenen Haustür zu überprüfen. Die Frage der sicheren Öl-Förderplattformen darf auch keinesfalls auf die Umweltrisiken reduziert werden. Es geht auch um Leib und Leben der dort beschäftigten Menschen.

Im Jahre 1977 ereignete sich auf „Ekofisk Bravo” einer der größten bisher stattfindenden Blowouts auf einem Offshore-Ölfeld. In sieben Tagen flossen 23.000 Tonnen Rohöl in die Nordsee und breiteten sich über ein Areal von 40.000 km

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