NaWaRo / Wald

Mittwoch, 24. November 2010
Happach-Kasan: Kurzumtriebsplantagen als Chance zur nachhaltigen Biomassegewinnung nutzen

Auf der Auftaktveranstaltung des Forschungsprojektes „Nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen durch Vernetzung von Produzenten und Verwertern von Dendromasse für die energetischen Nutzung“ AGROFORNET in Tharandt bei Dresden erklärt die Sprecherin für Landwirtschaftspolitik und Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:

Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff in Deutschland. Seine Erzeugung in Kurzumtriebsplantagen auf landwirtschaftlichen Flächen bietet erhebliche Vorteile. Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats aus dem November 2008 hat die Chancen der Biomasseerzeugung in Kurzumtriebsplantagen hinsichtlich Effizienz und Minderung der Kosten deutlich herausgestellt. Die christlich-liberale Koalition hat mit der Novellierung des Bundeswaldgesetzes die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um Holz in Kurzumtriebsplantagen zu produzieren. Das Energiekonzept der Bundesregierung will die Energieproduktion bis 2050 zu 60% auf erneuerbare Energien umstellen. Dabei wird auch die energetische Nutzung von Biomasse eine herausragende Bedeutung haben. Gegenwärtig basieren knapp 70 Prozent der erneuerbaren Energien auf der Verwertung von Biomasse.

Die Anlage von Kurzumtriebsplantagen bietet erhebliche Vorteile gegenüber der Erzeugung von Biomasse mit anderen nachwachsenden Rohstoffen. So sind die Belastungen der Umwelt im Vergleich zum Anbau von anderen Energiepflanzen geringer. Als mehrjährige Kulturen bieten sie eine wesentlich höhere Biodiversität bei einem geringeren Bedarf an Düngung und Pflanzenschutz. Zugleich weisen diese Kulturen einen besseren Schutz vor Bodenerosion auf und verbessern die Humusbildung. Kurzumtriebsplantagen bergen ein hohes Potential für die rohstoffliche und energetische Nutzung des wichtigsten nachwachsenden Rohstoffes Holz. Sie können außerdem Landwirten helfen, ihr wirtschaftliches Betriebsrisiko breiter zu streuen.

Es gibt allerdings noch einige Herausforderungen, die es für eine bestmögliche Nutzung von Kurzumtriebsplantagen zu überwinden gilt. Die Auswahl von geeigneten Baumarten und die Züchtung von ertragreichen Sorten, die Entwicklung effizienter Pflanz-, Ernte- und Verwertungstechniken stehen erst am Anfang. Dies war bereits das Ergebnis einer Anhörung der FDP-Bundestagsfraktion im Jahr 2008.

Es ist gut, dass die Forschungen des „AGROFORNET“-Konsortiums unter dem Verbundleiter des Projekts, Prof. Dr. Dr. Albrecht Bemmann von der TU Dresden, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es spricht für die Arbeitsgruppe, dass die beteiligten Institute aus einer Ausschreibung mit über 140 Bewerbern als Sieger hervorgingen. Bereits im Vorgängerprojekt „AGROWOOD“ haben die Wissenschaftler hervorragende Arbeit auf diesem zukunftsweisenden Gebiet geleistet.

Als Download steht Ihnen der Vortrag "Energetische Verwertung von Biomasse ist Rückgrat der Erneuerbaren Energien - Der Beitrag der KUP, Chance oder Risiko?" von Dr. Christel Happach-Kasan zur Verfügung.

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