Ernährung

Freitag, 12. November 2010
Leserbrief zum Beitrag "Süße Werbung, dicke Folgen" in der Welt am Sonntag vom 7.11.2010

Der Ruf nach Werbeverboten stößt vielfach auf Sympathie, denn Werbung wird oft als störend empfunden. Und dennoch ist Werbung notwendig. Werbung informiert, Werbung ist wichtiger Teil unserer Marktwirtschaft. Auch wenn Werbeverbote populär sind, entbindet dies niemanden von der Verantwortung, zu überprüfen, ob mit Werbeverboten überhaupt eine Lösung für unzweifelhaft bestehende Probleme herbeigeführt wird. Das Bedürfnis nach süßen Lebensmitteln ist dem Menschen wie auch anderen Säugetieren angeboren. Süßigkeiten werden gekauft - ob sie beworben werden oder nicht. Die Anzahl der Menschen, die an Übergewicht leiden, wird größer. Es gibt bereits Berichte über Kinder, die an Alters-Diabetes leiden. 15% der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die unter Verhaltensstörungen leiden, die mit Fehlernährungen einhergehen, wie zum Beispiel Magersucht oder Bulimie. Ganz offensichtlich ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung in unserem Land zum Problem geworden. Aber ist die Werbung die Ursache? Der Vergleich des Energie- und Zuckerkonsums von 6-11jährigen Jungen und Mädchen veröffentlicht in den Jahren 1985 (Nationale Verzehrstudie) und 2006 (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) zeigt, dass sowohl die Aufnahme von Energie als auch von Zucker in den letzten 20 Jahren in dieser Altersgruppe gesunken ist. Dies macht deutlich: Kinder essen nicht mehr als früher, sondern sie bewegen sich weniger. Bewegung, die Beherrschung des eigenen Körpers, Sport in der Gemeinschaft machen Spaß, bringen Lebensfreude. Bewegungsmangel bedeutet somit nicht nur, dass weniger Kalorien verbraucht werden, mit der Folge von Übergewicht, sondern bedeutet auch einen Verlust an Lebensfreude. Der damit verbundene Stress macht krank. Deswegen sind Lösungen für die offensichtlichen Probleme durch Übergewicht und Fehlernährung nicht von Werbeverboten oder der Einstufung süßer Lebensmittel als ungesund zu erwarten. Sehr viel wichtiger ist die Änderung des Lebensstils. Eltern haben eine besondere Verantwortung, mit ihren Kindern einen gesunden Lebensstil zu leben. Die Initiativen der vom Bund, den Ländern und der Ernährungswirtschaft getragenen Plattform für Ernährung und Bewegung (peb) leisten dazu einen Beitrag. -Abgedruckt in der Welt am Sonntag vom 14.11.2010-

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