Fischerei

Freitag, 15. Oktober 2010
Fischbestände in Deutschland durch Vermehrung des Kormorans massiv bedroht

Anlässlich des Besuchs von Herrn Prof. Dr. Werner Steffens, Vorsitzender der Kormoran-Kommission des Deutschen Fischerei-Verbandes, und Herrn Dr. Egon Schlieker, Ehrenpräsident vom Landesverband der Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern, erklärt die fischereipolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

Zum Schutz der Fischbestände und zum Erhalt der Biodiversität ist ein europäisches Kormoranmanagement unumgänglich. Dabei geht es um eine Regulierung der Ausbreitung des Kormorans, dessen Schutz in den vergangenen Jahren überaus erfolgreich war. Dies hatte zur Folge, dass der Vogel inzwischen weit über sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus brütet. Damit ist nun der Bestand der Fische gefährdet, die vom Kormoran gejagt werden. Vor allem ist der Bestand der Äsche beachtlich dezimiert.

Wie Dr. Schlieker in dem Gespräch berichtete, werden in  Dänemark erfolgreich Maßnahmen zur Eindämmung des Kormoranbestandes verfolgt. Die Tiere brüten dort am Boden, sodass es am einfachsten ist, die Nachkommenschaft der Kormorane durch Besprühen der Eier einzudämmen. In Deutschland ist die Brutsituation jedoch eine andere. Die Kormorane werden während der Brutzeit von ihren Nestern hochgescheucht. Dadurch kühlen die Eier aus und der Kormoranbestand wird begrenzt.

So wie die Verbreitung des Rehs im Interesse des Waldschutzes reguliert wird, sollte auch die Verbreitung des Kormorans reguliert werden, um die Fischfauna besser schützen zu können. Die Ziele von Biodiversität und Naturschutz gelten überall. Es kann nicht sein, dass für den Besatz heimischer Teiche Fische deshalb aus dem Ausland gekauft werden müssen, weil der Kormoran die Bestände zu sehr  minimiert hat. Außerdem richtet der erhöhte Kormoranbestand erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Fischerei an, was gut dokumentiert ist. Ein Kormoranmanagement mit einer deutlichen Reduzierung der Bestände hilft sowohl dem Naturschutz wie auch der Fischerei.

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