Schleswig-Holstein

Samstag, 18. September 2010
Demonstration unter falscher Flagge - Endlagerfrage von Laufzeitverlängerung unberührt

Demonstration unter falscher Flagge: "Endlagerfrage von Laufzeitverlängerung unberührt"

Die FDP Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan, stv. Mitglied im Gorleben-Untersuchungsausschuss,  zur heutigen Anti-AKW Demonstration:

„Heute demonstrieren in Deutschland Menschen dagegen, dass die  politisch motivierte Verkürzung der Laufzeiten von Kernkraftwerken durch die Bundesregierung teilweise zurückgenommen wurde.  Gebetsmühlenartig wird dabei wiederholt, die „ungeklärte“ Endlagerfrage sei hierbei ein ausschlaggebender Grund. Diese Aussage ist falsch.

Die durchschnittliche Verlängerung der Laufzeit um 12 Jahre erzeugt nach Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz 4400 Tonnen zusätzlichen Wärme entwickelnden Abfall, was bei einer angenommenen Dichte von 10 gerade einmal 440 Kubikmeter entspricht, ein Würfel mit einer Kantenlänge von weniger als 8 Metern.  Die Erhöhung der Abfallmenge von 17,200 auf 21.600 Tonnen zeigt: 80% der Wärme entwickelnden Abfälle wären auch ohne Laufzeitverlängerung entstanden, an der Endlagerfrage hätte sich überhaupt nichts geändert. Die zusätzlichen Abfallmengen erfordern offensichtlich keine zusätzliche Endlagerstätte.

Der Verursacher der ungeklärten Entsorgungsfrage hat einen Namen: Jürgen Tritin. In seiner Zeit als Umweltminister erließ er ein Moratorium, eine Denkpause, bei der Suche nach einem Endlager. „Leider war das nicht eine Pause zum Denken, sondern vom Denken. Die zehn Jahre, die Trittin vergeudet hat, kann die gewählte Bundesregierung nicht in einem Jahr aufholen.“

In keinem anderen Land werden die Betreiber von Kernkraftwerken finanziell so stark in die Pflicht genommen, wie in Deutschland. Die oft und ohne faktische Grundlage als „subventioniert“ gescholtene Branche wird in den kommenden Jahrzehnten im hohen Maße erneuerbare Energien und deren Erforschung mit vielen Milliarden Euro finanzieren.

Das 39seitige Papier der Bundesregierung zur Energiepolitik der Zukunft ist die erste umfassende Konzeption für den Einstieg in eine CO²  arme Energiewirtschaft von hoher Effizienz. Es steht zu befürchten, dass die meisten Demonstranten überhaupt nicht wissen, wo gegen sie eigentlich demonstrieren.

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