Grüne Gentechnik

Donnerstag, 21. Oktober 2004
Fast jeder zweite will die Antimatschtomate

BERLIN. Zur Meldung, dass die Pariser Regierung an einem Gentechnik-Gesetz für die Landwirtschaft arbeitet, erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:



Staatspräsident Chirac hat in seiner Grundsatzrede zur Modernisierung der Landwirtschaft ausgeführt, dass er keinen Grund sehe, die an Gen-Organismen geknüpften Hoffnungen im Kampf gegen Hunger und bestimmte Krankheiten sowie für einen geringeren Einsatz von Giftstoffen aufzugeben. In einer Umfrage hatten zuletzt 63 Prozent der Franzosen Sorgen über gentechnisch veränderte Organismen geäußert, gegenüber 73 Prozent vor vier Jahren. Auch in Deutschland wächst die Zustimmung. Nach einer Umfrage von Dialego Market Research, die im Juni 2004 durchgeführt wurde und vom Handelsblatt in Auftrag gegeben worden war, glauben 60 Prozent der Befragten, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel ganz selbstverständlich bei uns auf dem Speiseplan stehen werden, 66 Prozent befürworten einen gentechnisch veränderten Joghurt, der präventiv gegen Darmkrebs wirkt und 40 Prozent würden auch gentechnisch verändertes Obst und Gemüse kaufen, wenn es haltbarer wäre - also die viel gescholtene Antimatschtomate, fast jeder Zweite will sie. Vor diesem Hintergrund fordert die FDP Bundeskanzler Schröder auf, durch die Einrichtung einer Arbeitsgruppe notwendige Veränderungen am Gentechnikgesetz auf den Weg zu bringen, damit es mit den EU-Vorschriften in Einklang steht, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Deutschland weiter möglich sind und ein Abwandern weiterer Betriebe und damit Arbeitsplätze und hoch qualifizierter und engagierter junger Menschen verhindert wird. Hier ist es sinnvoll, dem französischen Beispiel zu folgen. Nur dann hat seine Innovationsinitiative eine Chance.

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