Ernährung

Donnerstag, 23. Juli 2009
Abgeordnetenwatch-Frage zum Thema Frauen in den Medien

Fage

Sehr geehrte Frau Happach-Kasan,

Ich habe vor einiger Zeit ein paar Texte gelesen, die besagen, dass weibliche Politiker, wenn sie keine solche Spitzenposition, wie z.B. Angela Merkel haben, in den Medien seltener als Männer und zum Teil sehr einseitig dargestellt werden.

Mich würde interessieren, ob sie der Aussage zustimmen, dass Politikerinnen in den Medien unterrepräsentiert sind und wenn ja, worin sie die Ursachen dafür sehen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Antwort

Sehr geehrte Frau ,

ich danke Ihnen für Ihre interessante Frage. Leider steht diese Frage nicht im Mittelpunkt des öffentlichen und auch des wissenschaftlichen Interesses. Das hat zur Folge, dass darüber nur wenig geforscht wurde.

Der Journalistinnenbund hat 2005 zu diesem Thema eine Untersuchung in Auftrag gegeben ("Global Media Monitoring Projects"), die sehr interessante Ergebnisse erbracht hat (1). Das Projekt wurde durchgeführt von Frau Prof. Dr. Röser von der Leuphana–Universität in Lüneburg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Europäische Sozialfond haben es gefördert.

Der Anteil der Politikerinnen in Pressemedien beträgt 18%. Auf den Titelseiten der Zeitungen beträgt der Anteil der Politikerinnen nur 13%. Es gibt somit eine deutliche Unterrepräsentation der Spitzenpolitikerinnen in den Medien.

Frau Merkel ist als Bundeskanzlerin überdurchschnittlich in den Medien präsent, aber selbst die Bundesministerinnen sind -wie andere Politikerinnen- nach wie vor in den Medien unterrepräsentiert.

Unter den zehn mächtigsten Frauen der Welt ist 2005 (vor Regierungsantritt von Frau Merkel) keine Deutsche, obwohl Deutschland zu der Zeit die dritt-wichtigste Exportnation war.

In dem Bericht heißt es: "Gemessen an ihrer Vielfalt und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung werden Frauen medial unzureichend abgebildet."

Es wäre spannend zu erfahren, woran das liegt. Finden Frauen weniger Gehör bei den Medien, herrscht bei Journalisten das unterschwellige Vorurteil vor, nur Männer hätten etwas Wichtiges zu sagen oder liegt es an einem möglicherweise andersartigen Politikstil von Frauen und ihrer Kommunikation mit den Medien? Ich kann Ihnen auf diesen Teil Ihrer Frage keine Antwort geben.

Die politischen Handlungsmöglichkeiten, um dieses Ungleichgewicht in der Berichterstattung zu beseitigen, sind sehr gering. In der Gesellschaft sind wir Frauen gefordert, weiterhin für unsere gesellschaftliche Gleichstellung zu streiten und dabei möglichst auch männliche Bündnispartner zu finden. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Männer tun dies auch.

Mit freundlichen Grüßen
Christel Happach-Kasan

("Quelle: (1) www.journalistinnen.de

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