NaWaRo / Wald

Freitag, 13. August 2010
Beitrag für das Energiefachmagazin "joule" zum NaWaRo-Bonus

Deutschland strebt an, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch auf 20% zu steigern. Dadurch wollen wir die Nachhaltigkeit der Energieversorgung erhöhen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Bis Ende 2009 haben wir einen Anteil von etwa 10% erreicht. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ist mit der Verpflichtung zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und den politisch festgesetzten Einspeisevergütungen zum Erreichen des 20%-Ziels ein wichtiges Instrument. Die Festsetzung der Einspeisevergütung muss regelmäßig angepasst werden. Dabei ist zu beachten: Der weitere Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien soll wirtschaftlich attraktiv bleiben. Gleichzeitig muss eine Überförderung vermieden werden, um die Stromkunden nicht mit unnötig hohen Kosten zu belasten. Deshalb hat die christlich-liberale Koalition im gemeinsamen Koalitionsvertrag festgelegt, mit Wirkung zum 1. Januar 2012 eine umfassende Novellierung des EEG durchzuführen. Vorab haben wir bereits im Bereich der Solarförderung eine angemessene Lösung gefunden. Die FDP befürwortet gerade die energetische Nutzung von Biomasse. Dadurch ist eine zusätzliche Möglichkeit der Wertschöpfung im ländlichen Raum geschaffen worden. Anders als die fluktuierenden Stromquellen Wind und Solar steht Strom aus Biogasanlagen rund um die Uhr zur Verfügung, ist mit Blick auf die Deckung des Strombedarfs also besonders wertvoll. Die jetzigen Bestimmungen des EEG im Bereich der energetischen Nutzung von Biomasse haben zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen Betrieben, die im Rahmen des EEG mit politisch festgelegten Preisen wirtschaften, und Veredlungsbetrieben, die von den Marktpreisen abhängig sind, geführt. Die betriebswirtschaftliche Attraktivität durch das EEG führt vor allem in Regionen mit hoher Veredelungsdichte zu einer zunehmenden Flächenkonkurrenz. So ist der Pachtpreis teilweise auf 1000 Euro pro Hektar gestiegen. Dies führt zu steigenden Tierhaltungskosten, verschlechtert die Wettbewerbsposition der Veredelungswirtschaft und bewirkt einen Arbeitsplatzabbau. Derzeit wird in Deutschland Mais auf über zwei Millionen Hektar angebaut, davon etwa 25% für Biogasanlagen. In Regionen mit gleichzeitig intensiver Viehhaltung wird dadurch auf mehr als der Hälfte der Fläche Mais angebaut. Eine verstärkte Erosion, die Begünstigung der Ausbreitung von Schadorganismen sowie die massive Erhöhung der Wildschweinbestände sind die Folge. Durch eine Novellierung des EEG soll erreicht werden, dass die Nutzung von Reststoffen aus der Land- und Ernährungswirtschaft attraktiver wird gegenüber der Nutzung von Mais. Deshalb muss der NaWaRo-Bonus auf den Prüfstand. Eine Diversifizierung der genutzten Pflanzen, z. B. die Nutzung von Zuckerrüben wie auch von energiereichen Wildpflanzen, kann die Biomasseproduktion naturverträglicher machen. Zudem sollte die Stromproduktion in Biogasanlagen nur noch mit einer effektiven Kraftwärmekopplung gefördert werden, um die eingesetzte Biomasse möglichst intensiv zu nutzen. Dies kann z. B. durch die Zusammenarbeit mit Gartenbaubetrieben geschehen, die nahezu ganzjährig Wärme für die Unterglasproduktion von Obst, Gemüse und Blumen brauchen. Nur eine intelligente Novellierung des Gesetzes stellt sicher, dass die Erfolgsgeschichte des Gesetzes fortgeschrieben wird.

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Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

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