Grüne Gentechnik

Donnerstag, 18. November 2004
Bundesregierung will mit ihrem absurden Verordnungsentwurf zur guten fachlichen Praxis Anbau von Bt-Mais verhindern

Zur Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage 'Gute fachliche Praxis beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais' erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN:



Die Bundesregierung verfolgt mit ihrem Entwurf der Verordnung zur guten fachlichen Praxis beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen das Ziel, deren Anbau unattraktiv zu machen. Lücken, die das Gentechnikgesetz lassen muss, sollen mit der Verordnung geschlossen werden. Dies wird besonders deutlich am Beispiel von Mais. Die Bundesregierung fordert einen Abstandsrichtwert von 1000 Metern, obwohl nach Ansicht von Experten eine Mantelsaat von wenigen Reihen ausreicht, um auf dem Nachbaracker die Einhaltung des Schwellenwertes von 0,9% zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche neuere Untersuchungen zum Auskreuzungsverhalten von Mais, dennoch zieht die Bundesregierung eine Arbeit aus dem Jahr 1940 heran. Diese Arbeit liegt nicht vor, dennoch antwortet die Bundesregierung, die Studie solle auf ihre Aussagekraft geprüft werden. Das ist ohne die Arbeit zu kennen nicht möglich und angesichts neuerer Erkenntnisse auch völlig überflüssig. Damit wird deutlich, dass die Bundesregierung mit der Verordnung versucht, den Anbau von gentechnisch verändertem Mais, den sie nicht verhindern kann, durch eine völlig absurde Verordnung möglichst unattraktiv zu machen.

Das richtet sich gegen die Interessen der Landwirte wie auch der Verbraucherinnen und Verbraucher. Mais ist eine in der Viehhaltung wichtige Futterpflanze. Deren Befall durch den Maiszünsler lässt sich mit Bt-Mais am besten bekämpfen. Dieser Mais ist außerdem frei von Mykotoxinen und damit qualitativ besonders hochwertig. Es gibt in der EU zugelassene Bt-Mais-Sorten, die sofort für den Anbau zur Verfügung stehen.

Der Streit um die Verordnung könnte vermieden werden, wenn die Bundesregierung die Saatgutfirmen zur Aufstellung der Regeln zur guten fachlichen Praxis verpflichten würde. Diese haben die Kenntnisse, die erforderlich sind und ein Interesse, praktikable und wirksame Regeln aufzustellen. Im übrigen muss Auskreuzung nur vermieden werden, um auf eine Kennzeichnung verzichten zu können. Gesundheit und Umwelt werden durch die Auskreuzung zugelassener Sorten egal, wie sie gezüchtet wurden, nicht gefährdet.

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