Zuhause

Es ist alles eine Frage der Perspektive: Ganz im Norden liegt mein Wahlkreis, sagen meine Fraktionskollegen im Bundestag, und tippen auf der Landkarte mit dem Finger auf Schleswig-Holstein. Ganz im Süden liegt er, so meinen dagegen Parteifreunde aus dem Land zwischen den Meeren. Tatsächlich: Weiter südlich ist schon Niedersachsen.

Andererseits: Die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn bilden die Brücke zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg im Westen und Mecklenburg-Vorpommern im Osten. Ein Wahlkreis im Vierländereck also. Ein spannender Wahlkreis.

Man lebt gut in der Metropolregion Hamburg. Seen, Wälder und gelb leuchtende Rapsfelder wechseln sich ab mit beschaulichen Dörfern und aufgeräumten Kleinstädten. In der Freizeit radelt man entlang dem Elbe-Lübeck-Kanal, bummelt durch die historischen Altstädte von Lauenburg/Elbe oder besucht das A.-Paul-Weber-Museum in Ratzeburg. Kaum eine Stunde später steht man schon im Hamburger auf dem Fischmarkt am Hafen.
Nicht nur die ICE-Verbindung nach Berlin und Hamburg und die großen Magistralen die Autobahnen nach Berlin, Kiel, Lübeck und Rostock weisen über die Region hinaus. Der Flughafen Lübeck liegt nur wenige hundert Meter jenseits der Kreisgrenzen. Diese Verkehrswege sind Standortvorteil und Last zugleich, immer wieder neu muss der Ausgleich zwischen Lebensqualität und Infrastruktur gefunden werden. Eine Daueraufgabe für die Politik.

Rund 100 Millionen Euro erwirtschaften Hotellerie, Gastronomie und Handel mit den zahlreichen Touristen, die im lauenburgischen ihren Urlaub verbringen oder als Tagesgäste in unsere Region strömen. Richtig Mäuse macht auch Diddl in Geesthacht, in jeder Bedeutung des Wortes. Gleich nebenan wird 70 % der Stroms produziert, den die energiehungrige Hansestadt Hamburg verbraucht: im Kernkraftwerk Krümmel. An gleicher Stelle wurde bis 1945 das Geld verdient, das heute das Stiftungskapital für die jährlich vergebenen Nobelpreise bildet: Aus fast 800 Gebäuden bestand das Stammwerk von Dynamit Nobel, an der Elbe stromaufwärts von Geesthacht gelegen.

Wo früher die Grenzbefestigungen der DDR standen, schließen sich die Narben in der Landschaft. Das gute Gefühl, nicht mehr auf Maschengitterzäune, Minenfelder und Wachtürme zu sehen, kann durch die wirtschaftlichen Probleme bei der Beseitigung von 40 Jahren Sozialismus nicht verdrängt werden. An manchen Orten erinnern Ausstellungen an ein dunkles Stück deutscher Geschichte, die auch Geschichte dieser Region ist.

Geschichte und Kultur haben im lauenburgischen Stellenwert. Das fängt schon beim Namen an: Ein Herzogtum, nach fünf Jahrzehnten deutscher Demokratie? Nun, auch bei uns steht an der Spitze des Kreises der Landrat, und er ist nicht etwa zugleich der amtierende Herzog. Der Zusatz Herzogtum diente vor allem der Unterscheidung, gab es doch im Preußen des vorvergangenen Jahrhunderts gleich zwei Kreise, die sich Lauenburg nannten. Geschichtsträchtig ist auch der Sachsenwald, das größte geschlossene Waldgebiet in Schleswig Holstein. Nach seinem Rücktritt (Der Lotse geht von Bord) erhielt ihn Fürst Bismarck als Geschenk des Kaisers. Bismarcks Grab befindet sich, ebenso wie die Bismarck-Stiftung, in Friedrichsruh.

Noch viel weiter zurück, bis zu Heinrich dem Löwen, reicht die Historie der Ratzeburger Doms. Wer sich das Chorgestühl genau betrachtet, findet dort die Zeichen der Stecknitzfahrer. Sie wurden ab dem 14. Jahrhundert reich, weil ihre Bruderschaft, eine Art Zunft das Monopol hatte, wertvolles Salz aus den Lüneburger Salinen von der Elbe über die Flüsschen Stecknitz und Delvenau nach Lübeck zu transportieren. Dazu musste zuvor eine Wasserscheide durchgraben werden, um die beiden Flüsse zu verbinden man sieht: Entschlossener Verkehrswegebau war schon immer eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wohlergehen.

Landschaft, Geschichte, Kultur, Großstadtnähe, was will man mehr? Die Zeit mit anderen Menschen verbringen! Ob nun ganz ohne Verein vor dem Rathaus in Büchen Pensionäe eine ruhige Kugel Boule spielen oder der "Ratzeburger Achter" im Rudersport bundesweit Bekanntheit erlangt: Das Angebot reicht vom Breitensport bis zum Olympiastützpunkt.

Natürlich macht diese Beschreibung neugierig. Es hätte jeden Rahmen gesprengt alles aufzuzählen, was interessant, spannend, sehenswert, schlicht: was ein guter Grund wäre, unsere Region zu besuchen. Deshalb empfehle ich Ihnen folgende Angebote im

Autor: Thomas Kossatz

Internet:
www.hlms.de
www.kreis-rz.de
www.stormarn.de

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